Was für ein Schwachsinn
Bruno Gröning, Kettenraucher
Gröning wird 1906 in Danzig als Sohn eines Maurerpoliers geboren. Mit seiner Frau Gertrud hat er zwei Söhne: Harald stirbt 1940, Günther im Alter von neun Jahren 1947 an den Folgen von Rippenfellentzündung und Knochentuberkolose.
Zunächst arbeitete er als Gelegenheitsarbeiter. 1948 unternahm er die ersten Heilungsversuche und heilt angeblich im hessischen Dillenburg die Nichte seiner Haushälterin.
Kurz darauf kümmert er sich in Herford um den achtjährigen Dieter Hülsmann, der an Muskelschwund leidet.
Der Junge kann nach der Behandlung wieder einige Schritte laufen. Ärzte erklären das Krankheitsbild des Jungen jedoch für unverändert. Zeitweilige Verbesserungen und Verschlechterungen gehörten dazu.
(1955 stirbt Dieter Hülsmann sechzehnjährig an den Folgen seiner Krankheit.)
1953 gründete Gröning den "Ring der Freunde und Förderer des Werkes Bruno Grönings" oder "Bruno Gröning Bund", dessen Präsident er selbst war.
Zweck des Bundes war der Kampf gegen die Aussenwelt, wie etwa durch das Sammeln von Spenden zur Verteidigung Grönings vor den Gerichten, verstärkte Verbreitung des Gröning'schen Gedankentums und damit verbunden die verstärkte Mitgliederwerbung.
1957 Prozeß vor dem Landgericht München II, nachdem ein 18jähriges Mädchen gestorben ist.
Der General-Anzeiger schreibt am 2. August 1957: "Zum Tode von Ruth Kuhfuß erklärte das Gericht, als Todesursache sei einwandfrei Tbc festgestellt worden. Gröning habe jedoch durch seine Äußerung zu Vater Kuhfuß, er werde die Heilung übernehmen, einen ursächlichen Zusammenhang mit dem Tod des Mädchens geschaffen. Außerdem sei nach Überzeugung des Gerichts der Tod dadurch früher eingetreten, daß es auf Veranlassung Grönings nicht in das ursprünglich vorgesehene Sanatorium geschickt wurde.“
1958 folgt eine Geldstrafe von 5 000 Mark mit acht Monaten Gefängnis zur Bewährung.
1959 stirbt Gröning an den Folgen von Krebs.
Er hinterläßt ein Vermächtnis: "Sterben müssen alle Menschen, ich auch, aber ich werde nicht tot sein. Und wenn man mich dann ruft, komme ich und helfe weiter, so Gott will.“
Er sah sich von Gott gesandt und gab an, er heile mit göttlicher Kraft in Erfüllung des Willens Gottes.
Viele Menschen sind satanisch und können nur Schlechtes tun.
Grönings Lehre sagt, dass er die Menschen auf dem göttlichen Weg zur göttlichen Ordnung zurückführen will. Wer vom göttlichen Weg abkommt, der wird krank und macht auch seine soziale Umwelt krank. Zeichen für diesen Missstand ist die weit verbreitete materialistische Lebenseinstellung.
In seinem Leben und Werk hat sich Gröning dem Schlechten in den Weg gestellt. Selbst die Kranken, die von den materialistischen Ärzten (Schulmediziner) angeblich aufgegeben worden sind, konnte er "heilen", allerdings mit der Bedingung, von den eigenen krankmachenden materialistischen Gewohnheiten wie Zweifel, Neugier (

) und vor allem der Gedanke an das eigene Leiden abzulassen. "Wer sich mit der Krankheit beschäftigt, hält sie fest und versperrt der göttlichen Kraft den Weg." Auch Begleitpersonen können durch zweifelnde, ablehnende und zu besorgte Gedanken an das Leiden die "Heilung" stören.
Gröning bezeichnete sich als Sender einer Heilwelle, die ähnlich einer Radiowelle um die Welt pulst (um 9.00 und um 21.00 Uhr ist sie über Deutschland) auf die sich ein Kranker, analog wie beim Radio, einstellen kann. Zur Verbesserung des Empfangs kann man sich einer von Gröning selbst besprochenen Stanniol- oder Aluminiumkugel bedienen. Vorbedingung für den Empfang ist eine rückenfreie Sitzhaltung, bei der sich weder Arme noch Beine überkreuzen dürfen, um Kurzschlüsse zu vermeiden.
Grösste Gefahr droht von ungläubigen Angehörigen oder Bekannten, die den "Heilungserfolg" anzweifeln, denn durch Kritik an Gröning können teilweise lebensgefährliche Rückschläge verursacht werden. Das gleiche Los droht all denen, die nach erfolgter "Heilung" von der Lehre Grönings ablassen bzw. die Gruppentreffen nicht regelmässig besuchen.
Die Ideologie Grönings hat in den letzten Jahren durch sog. "Bruno Gröning-Freundeskreise" eine bemerkenswerte Ausbreitung erfahren. Ihre Zahl ist zwischenzeitlich auf weltweit mit weit über 200 Gemeinschaften und ca. 28 000 Anhängern angestiegen - davon weit mehr als 150 Freundeskreise allein im deutschsprachigen Raum.
Die Gesamtleitung liegt nunmehr bei der pensionierten Lehrerin GRETE HÄUSLER, die 1950 dem "Wunderheiler" begegnet und von ihm "geheilt" worden war. Eine Fülle von Schriften über Gröning ist inzwischen im "Grete Häusler Verlag" erschienen, ausserdem werden "Schulungsbriefe der Bruno Gröning-Freunde" herausgegeben und es sind mehrere Sammlungen mit Hunderten sog. "Erfolgsberichte" publiziert worden. Selbst Kindern wird durch sog. "Kinderschulungsbriefe der Bruno Gröning-Freunde" die Person Grönings als eine Art Übermensch nahegebracht, als ob es sich bei Gröning um den heiligen Geist handeln würde.
Die "Erfolgsberichte" der Gröning-Anhänger erzählen nicht nur von Linderung oder Heilung körperlicher Leiden und Krankheiten durch den von Gröning ausgehenden "Heilstrom", sondern legen Zeugnis ab von einer geradezu abgöttischen Verehrung Grönings durch seine Anhänger. Für alles und in jeder Situation kann das blosse Denken an Gröning die Rettung bedeuten.
Denken an Gröning schützt vor Blitzschlag und Autounfällen.
Ein neuer Arbeitsplatz oder für die Kleinen ein Kindergartenplatz wird mit seiner Hilfe gefunden.
Für erfolglos behandelte Tiere und misshandelte Gummibäume hält die Heilkraft Grönings her.
Zwei "Erfolgsberichte" sollen das Bild abrunden:
"Gestern kam Victoria blutüberströmt ins Wohnzimmer. Da ich als Mutter gelernt habe, keine Angst aufzunehmen, blieb ich ganz ruhig und nahm Victoria mit ins Badezimmer, um zu sehen, woher das Blut kam. Sie hatte Nasenbluten, weil ihr der Stuhl auf die Nase gefallen war. Eine meiner Töchter holte gleich das große Brunobild. Ich legte es Victoria, die noch blutete auf die Nase und nach einigen Sekunden war die Blutung gestoppt."
"Victoria hatte sich den Finger eingeklemmt. Er wurde richtig dunkelblau. Wir
haben ihr ein Brunobild um den Finger gewickelt und nach einer halben Stunde war
nicht einmal mehr eine Rötung zu sehen."
Im Bruno Gröning-Freundeskreis wird ein extrem dualistisches Weltbild gepflegt. Alle Dinge des Lebens sind in einem Zusammenhang gut und in einem anderen Zusammenhang schlecht. Diese Sichtweise schränkt den Realitätssinn ein. Man ist auf Bewertungshilfen der Leiter angewiesen, jeder Zweifel und jede Kritik ist schädlich und wird ausdrücklich verboten. Dieses Weltbild soll die Herauslösung aus der sozialen Umwelt und ihrem immunisierenden Einfluss bezwecken.
siehe auch:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44436973.html