Soweit ich mal gelesen habe, bedeutet Heidenangst, die Angst der Heiden bzw. Ungläubigen vor dem Tode, da sie nicht auf die Erlösung von Jesus hoffen können. Ich habe aber auch gelesen, dass der Terminus "eine Heidenangst haben" auf Karl den Großen zurückgehen solle, der mit seiner Zwangsmissionierung, Entsetzen und Elend unter den Heiden verbreitete (Bluttat von Verden).Gerade eben sind wir beim Smaltalk erneut auf die Frage gekommen, was denn eigentlich Begriffe bedeuten wie, kreuzgefährlich, Heidenspaß oder Heidenangst. Was meint ihr, wie sind diese Worte entstanden und was bedeuten sie ursprünglich?
Zitat
Heidenangst
Jeder gottlose Mensch, der den Mut hat, sein Leben zu Ende zu denken, steht irgendwann vor einer fürchterlichen Ausweglosigkeit. .....................
.............................Für den gottlosen Menschen wird das Leben deshalb bald hoffnungslos. Für ihn endet das Leben mit absoluter Gewißheit in einer fürchterlichen Niederlage.
Wozu dann noch kämpfen? Gegen den Tod ist sowieso kein Kraut gewachsen. Die Medizin mit ihren Elixieren kann uns darüber nicht hinwegtäuschen.
Vor der absoluten Herrschaft des Todes sind wir als Geschöpfe ohne jede Chance.
Es ist deshalb konsequent, daß sich mancher Atheist entschließt, das von ihm nicht freiwillig begonnene Unternehmen Leben durch Selbsttötung zu beenden – wie etwa der Schriftsteller Ernest Hemingway († 1961), der Schriftsteller Klaus Mann († 1949) oder der Sexualforscher Ernst Bornemann († 1995).
Jeder Mensch ohne Gott, der zu Ende denkt, steht irgendwann unweigerlich vor dieser Ausweglosigkeit.
Christa M. ist eine bekannte Psychotherapeutin. Der Text stammt aus der überarbeiteten Fassung eines Vortrages, den sie an einem von ‘Kirche in Not’ organisierten Augsburger Kongreß gehalten hat.
Heidenarbeit kommt daher, dass im Mittelalter "Ungläubige", d. h. jeder der nicht christlich war, keinen Grundbesitz erwerben bzw. besitzen durfte. Die "Ungläubigen" siedelten sich daher in Städten an. Da die Handwerkszünfte nur Christen aufnahmen, blieb den "Heiden" nur schwerste, schlecht bezahlte und verachtete Tätigkeiten wie beispielsweise Geldverleiher (vor allem Juden übten diesen Beruf aus), Brunnenputzer, Scherenschleifer, Kesselflicker usw. übrig - daher der Ausdruck Heidenarbeit."Heiden" ist ein objektiver Genitiv (wie z.B. "Gottes" in "Gottesfurcht"), demnach greift die Erklärung z.B. bei "Heidenangst" = grosse Angst haben wie die Christen VOR den Ungläubigen. Im Laufe der Zeit ist daraus jedoch bedeutungsmässig einfach nur eine Verstärkung geworden, z.B. Heidenarbeit (=mühsame, umfangreiche Arbeit), Heidengeld (=sehr grosse Geldsumme), Heidenlärm (=sehr laut) und heidenmässig (=sehr gross, sehr viel); mit den Heiden als solchen haben diese Wörter aber nichts (mehr) zu tun.
Das klärt aber leider die Herkunft auch nicht.
aus: http://faql.de/etymologie.html
Zitat
Anders als viele andere Sprach- und Nationalitätsbezeichnungen geht deutsch nicht auf den Namen eines Stammes oder einer Volksgruppe zurück, auch nicht auf teutonisch, sondern vielmehr auf mhd. diutisch/diutsch, tiutsch/tiusch (deutsch), ahd. diutisk (verwandt mit gotisch þiudiskô, heidnisch), alles Adjektive (mit Endungen entsprechend nhd. -isch), die zurückgehen auf germ. þeuðo, got. þiuda, ahd. thiot[a], diot[a], mhd. diet, allesamt Volk, Stamm bedeutend. Auch das engl. Dutch läßt sich über das Mittelniederländische hierauf zurückführen. Auf dieselbe Wurzel wie deutsch geht übrigens auch deuten zurück, was dem Volk verständlich machen heißt.
Der älteste Beleg stammt aus dem Jahre 786: In einem Bericht wird festgestellt, daß Beschlüsse einer angelsächsischen Synode sowohl auf Lateinisch als auch theotisce (volksgemäß, in der Art des Volkes, volkssprachlich) verlesen worden seien, damit jeder sie verstehen könne. (In diesem Fall bezieht sich theotisce sogar auf das Englische.) theodiscus (daraus it. tedesco) ist zwar die älteste überlieferte Form; es handelt sich dabei jedoch um die Latinisierung der (rekonstruierten) westfränkischen Form þeodisk, nicht umgekehrt.
Man möge mir verzeihen, wenn ich Obenstehendes für blanken Unsinn halte.
Juden wurden im Mittelalter zu keiner Zeit - im Gegensatz zu Muslimen - als "Heiden" bezeichnet (nach meinem Wissen), sondern eher zusammen mit Letzteren genannt (da ebenfalls "nicht-christlich").
Kein Nichtchrist (weder Jude, Muslim noch Heide) durfte einer Zunftgesellschaft beitreten, was ein allgemeines Berufsverbot bedeutete für an sich heterogene Gruppen.
Für nicht richtig hingegen halte ich die Behauptung, Heiden bzw. Ungläubige (wobei allein schon hier die Gleichsetzung hinkt) hätten sich vornehmlich in Städten angesiedelt, wo sie ja prinzipiell ausgestoßen waren.
Nicht logisch. Verzeihung...)
Alter Brockmann murrt mal wieder.
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