Sie sind nicht angemeldet.

41

Sonntag, 21. Februar 2010, 20:14

Ja,sicher gibt es pervertierte Auswüchse (vor allem Sekten der Monotheisten) der alten Religionen.Aber gibt auch so eine Art "roten Faden" der sich durch alle heidnischen Religionen zieht,ohne dessen Kern genau bennen zu können.Und selbstverständlich befruchtet hier einer den anderen und jeder Mensch erfährt eine bestimmte GOTTHEIT noch mal ein wenig anders und endeckt dabei vielleicht noch verborgene Erkenntnisse.
Die GÖTTER selbst waren von Anbeginn (falls es den überhaupt wirklich gegeben hat) immer die selben,in unterschiedlichen Gewandungen und verschiedenen Namen.Sie vergehen nicht,sie wandeln sich höchstens für unsere Wahrnehmung und alle zur richtigen Zeit im weltlichen und kosmischen Zyklus,auch mit der Entwichlungsstufe der Menschheit...Aber sind noch immer die selben,alten GÖTTER.

Gimel

גמל

  • »Gimel« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 266

Wohnort: Aus der Sonne

Beruf: Informatik-Kaufmann

  • Nachricht senden

Fische

42

Sonntag, 21. Februar 2010, 20:32

Zitat

Was hältst du denn von der Idee z.B. der Celtoi oder Asatru, die "alten Pfade" (von denen wir eigentlich ja nicht mehr viel wissen), wieder zu beschreiten und sie, notgedrungener Maßen in eine zeitgemäße Form zu überführen.
Also ich meine jetzt nicht, ob das o.k. ist (tue was du willst....), sondern ob das aus deiner (Thelema) Sicht Sinn macht, wegen des abgelaufenen Äons, usw.


Das ist eher ne doppelte Frage. Einmal sage ich aus meiner Warte heraus, ja, Celtoi oder Asatru MÜSSEN in moderne, neue Formen übertragen werden um wirklich zu leben. Hardcore Reconstructionists sind daher schon von vorher meines Erachtens zum Scheitern verurteilt. Sie müssen sich an das Aeon anpassen. Und das geht, die Archetypen Mutter (Isis), Vater (Osiris) und Kind (Horus) gibt es in jeder Kultur und in allen Traditionen. Das nächste ist übrigens das Zeitalter der Maat, die Gerechtigkeit.

Reine Rekonstruktion des Zeitalters der Isis (zB einige Dianics) oder des Osiris (wie einige Asatru und Celtois wo es aber auch Rückgriffe auf das Isis-Aeon gibt) im Zeitalter des gekrönten und erobernden Kindes sind meines Erachtens zum Scheitern verurteilt. Das sind ja alles nur Symbolismen um mal das Multiokkulti beiseite zu legen: Jede Zeit hat ihre Spiritualität und ein Heute braucht Gestern und auch ein Morgen.

Zitat

Außerdem scheint ja seit der Urzeit jeder von jedem abzukupfern,


So entsteht Kultur und sowas nennt man tradiertes Lernen. Das ist kein Abkupfern sondern kulturelle Entwicklung, kulturelle Evolution. Coverversionen sind voll OK ;)

Zitat

Aber gibt auch so eine Art "roten Faden"


Ja und der zeigt sich in verschiedensten Ausformungen. Das ist auch der warum wir hier alle sind, also in diesem Board.

Zitat

HORUS /Ra-Hoor-Kuit ect. der "herr des neuen Äons" ist ebenfalls ein solcher,nur das er eben in gerade diesem Punkt des ZYKLUS seine Schwingen ausbreitet und OSIRIS ablöst (soweit ich weis).


Haargenau. Das gekrönte erobernde Kind. RaHoorKhuit, ReHerachte, Horus der Horizonte, Herr des Aeons.

Zitat

Kannst du irgendwas verlauten lassen zum Äon des Wassermanns? Gibt es da bei euch eine Vorstellung wann es beginnt / begonnen hat? Oder Vorstellungen ob / was sich ändern wird ?


Das ist auch wieder nur private Meinung denn wie man mittlerweile ja sehen kann gibt es keine richtigen Dogmen in Thelema. Das neue Aeon, und damit das Zeitalter des Wassermanns, begang am 8. April 1904ev mit der Niederschrift des Gesetzes, das ist quasi Konsens im 93er Strom. Bis das Zeitalter des Wassermanns wirklich spürbar ist ist Ansichtssache, sehr beliebt ist natürlich ein Anfang ab 2012 aber ich sehe bereits ab Anfang des 20. Jahrhunderts den Anfang des Aeons des gekrönten und erobernden Kindes Horus.

'Multiple exclamation marks,' he went on, shaking his head, 'are a sure sign of a diseased mind.' -- in Sir Terry Pratchetts Eric
Five exclamation marks, the sure sign of an insane mind. -- in Sir Terry Pratchetts Reaper Man
'And all those exclamation marks, you notice? Five? A sure sign of someone who wears his underpants on his head.' -- in Sir Terry Pratchetts Maskerade

43

Sonntag, 21. Februar 2010, 20:48

Was das ASATRU betrifft kann ich dem nur zustimmen,das es zwar auf den ALTEN Grundlagen BASIERT,aber im heute "wieder-belebt" werden muß.Letztlich bleibt uns Asatruars aufgrund der mangelnden Quellenlage auch gar nix anderes übrig.Selbst die Harcore-Altheiden erschaffen Neu-Interpretationen,auch wenn sie es nur ungern zugeben wollen.
(Ich persönlich habe die feurig-strahlende Macht des göttlichen FALKEN auch schon im dem einem (Horus..) AUGE des ekstatischen Herrn des Sturmes erspürt!.
Ein Narr ist er in all seiner Weisheit,auf ewig suchender Wanderer...)

Gimel

גמל

  • »Gimel« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 266

Wohnort: Aus der Sonne

Beruf: Informatik-Kaufmann

  • Nachricht senden

Fische

44

Sonntag, 21. Februar 2010, 21:00

Zitat

Was das ASATRU betrifft kann ich dem nur zustimmen,das es zwar auf den ALTEN Grundlagen BASIERT,aber im heute "wieder-belebt" werden muß(...)Selbst die Harcore-Altheiden erschaffen Neu-Interpretationen,auch wenn sie es nur ungern zugeben wollen.


Daher sind mir auch zB die Aettlinge lieber wie zB die Horden von Godemorts GGG. Über AG müssen wir gar nicht erst reden, die sterben hoffentlich jetzt nach dem Ableben von Jürgi aus. Selbst mit Leuten aus dem VfGH bin ich freundschaftlich verbunden, auch im real life. Aber "Altheiden" sind für mich per definitionem schon suspekt bzw sehe ich da eine gewisse "Widernatürlichkeit".

Ich persönlich habe daher auch keinerlei Probleme Rituale aller Traditionen mitzufeiern wenn ich weis das es Leute sind die "mit der Zeit" gehen. Ich hab in der Schiene schon mit Asatrus, Celtois, BTWs, Chaosmagiern und anderen Rituale gefeiert und immer dabei meinen Gewinn gehabt. Ich bin da eher in der "Meta-Position". Wenn es in die Zeit passt ist es vollkommen OK.

'Multiple exclamation marks,' he went on, shaking his head, 'are a sure sign of a diseased mind.' -- in Sir Terry Pratchetts Eric
Five exclamation marks, the sure sign of an insane mind. -- in Sir Terry Pratchetts Reaper Man
'And all those exclamation marks, you notice? Five? A sure sign of someone who wears his underpants on his head.' -- in Sir Terry Pratchetts Maskerade

wurzala

Die Gewundene

Beiträge: 74

Wohnort: NRW

Beruf: Krankenschwester

  • Nachricht senden

Widder

45

Montag, 22. Februar 2010, 04:22

Zitat von »wurzala«

Ich kann sagen, dass ich eine Frau mit ganz viel Stolz bin, dass ich sehr wohl die Göttin in mir erkenne und lebe, aber auf die Emotionen wie Schuld, Scham und Mitgefühl möchte ich um nichts in der Welt verzichten.


Liebe Wurzala! Gimel hat dies schon sehr gut beschrieben. Es geht auch nicht darum, die von dir genannten Emotionen beiseite zu legen, es geht einfach darum, daß diese unsere Moralvorstellungen eben auf den christlichen Glauben basieren, wovon man sich freisagen will. Was sich nach Ansicht der Kirchenfürsten nicht geziemt, ist Sünde. Also haben wir diesen Leuten unsere Grenzvorstellungen zu verdanken. Schau, die ollen kelten z.B. kannten solche Vorstellungen gar nicht, die haben sogar nackt gekämpft. Oder man sehe sich die Naturvölker an, wo z.B. Barbusigkeit bei den Frauen als nichts Unanständiges gilt. Ich finde z.B. das jene Frauen, die sich ihre Befriedigung auch anderweitig holen, und davon trotzdem in einer funktionierenden, freidenkenden partnerschaftlichen Beziehung befinden, ziemlich modern...und nicht anstößig. Es ist einfach unsere Erziehung, die uns dahingehend beeinflußt hat, daß wir solchen Lebenssstilen etwas verstört gegenüberstehen...weil wir`s so gelernt haben, aber eben aufgrund der Vorgaben der christlichen Bibel; dieser haben wir unsere Moralvorstellungen zu verdanken. Schuld und Mitgefühl werden dadurch auch nicht herabgesetzt, wenn man sich das Credo "tue, was du willst, solange es niemanden schadet" vor Augen hält.
Persönlich besitze ich davon trotzdem ganz normale Moralvorstellungen, bin auch ein Verfechter von Treue...doch habe mich im Leben schon oft genug gefragt, ob diese Vorstellung nicht einfach eine gegenseitige Hinderung darstellt, sich auszuleben (vll. würde eine Beziehung sogar dadurch aufleben)...vll. ist ja einfach nur der Egoismus, der einen davon abhält, einem anderen "seinen Besitz" nicht zu gönnen...!??? Und so ist im Leben eben vieles für mich fragwürdig geworden, wie überhaupt die heutige Gesellschaft als solches.


Hallo Magic,

würde auf deinen Gedankengang gerne nochmal antworten. Möchte aber Gimels und Ulriks interessanten Dialog nicht stören oder zerreißen. Ist ja wieder eine andere Richtung. Vielleicht kann man ja ein neues Thema eröffnen?
Hab mich schon oft gefragt, ob die Moral dem freien Willen nicht ein Bein stellt.
Mit magischem Gruß

Wurzala

Gimel

גמל

  • »Gimel« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 266

Wohnort: Aus der Sonne

Beruf: Informatik-Kaufmann

  • Nachricht senden

Fische

46

Montag, 22. Februar 2010, 07:40

Eröffne doch einfach nen neuen Thread, das könnte interessant werden

'Multiple exclamation marks,' he went on, shaking his head, 'are a sure sign of a diseased mind.' -- in Sir Terry Pratchetts Eric
Five exclamation marks, the sure sign of an insane mind. -- in Sir Terry Pratchetts Reaper Man
'And all those exclamation marks, you notice? Five? A sure sign of someone who wears his underpants on his head.' -- in Sir Terry Pratchetts Maskerade

47

Montag, 22. Februar 2010, 07:51

Hallo Magic,

würde auf deinen Gedankengang gerne nochmal antworten. Möchte aber Gimels und Ulriks interessanten Dialog nicht stören oder zerreißen. Ist ja wieder eine andere Richtung. Vielleicht kann man ja ein neues Thema eröffnen?
Hab mich schon oft gefragt, ob die Moral dem freien Willen nicht ein Bein stellt.


Hallo wurzala,
ich habe der Diskussion im Moment nichts mehr hinzuzufügen, meine Fragen sind soweit beantwortet.
Das mit der Moral ist sehr interessant.
Ich könnte mir vorstellen, dass man da bei Thelema einige interessante Anregungen bekommen kann.


Auch ich frage mich oft, wie tief wir von der christl. Moral geprägt sind, ob wir überhaupt in der Lage sind, diese Prägungen in unserem Denken / Empfinden aufzuspüren / zu identifizieren und wie es gehen kann, sich wirklich davon zu befreien.
Ich habe das Gefühl, dass in diesem Moralbereich das eigentliche "Verbrechen" der Kirche liegt.

Das Thema hat einen Thread verdient, machst du ihn auf?


Gruß
Ulrik

Beiträge: 875

Wohnort: Hamburg

Beruf: Selbstständiger Elektronik-Entwickler, Techniker

  • Nachricht senden

Löwe

48

Montag, 22. Februar 2010, 17:07

Wahre Worte von Magic!

Ulrik:

Zitat

Auch ich frage mich oft, wie tief wir von der christl. Moral geprägt sind, ob wir überhaupt in der Lage sind, diese Prägungen in unserem Denken / Empfinden aufzuspüren / zu identifizieren und wie es gehen kann, sich wirklich davon zu befreien.
Ich habe das Gefühl, dass in diesem Moralbereich das eigentliche "Verbrechen" der Kirche liegt.
Da sprichst Du etwas Wichtiges an, Ulrik, das mich ebenfalls seit Langem beschäftigt.
Es war für mich ein regelrechter Schock, als ich vor Jahren erkannte, dass sogar ich, der ich mich seit der Pubertät zum Buddhismus bekenne, noch jede Mange Altlasten in mir trage, die mir einst, noch in der Kindheit, von christlichen Menschen implementiert wurden.

Wie schier unendlich vieles Leid doch in die Welt gesetzt wurde, indem den Leuten absurde Moralvorstellungen eingeimpft wurden, die letztlich darauf abzielen, Freude und innere Freiheit einzuschränken!

In der Tat: Wer weiß, wieviel davon wir alle noch immer in uns tragen, trotzdem wir uns für das Heidentum entschieden haben.

Es ist eine riesige Aufgabe, wenn man wachsen und sich befreien will, diese anerzogenen, sehr tief in uns sitzenden Vorstellungen überhaupt erstmal zu erkennen und dann gegebenenfalls duch etwas Tauglicheres zu ersetzen.

wurzala

Die Gewundene

Beiträge: 74

Wohnort: NRW

Beruf: Krankenschwester

  • Nachricht senden

Widder

49

Dienstag, 23. Februar 2010, 05:17

Vielleicht könnte ein Admin dieses Thema ja mal teilen?

Weder meine Großeltern, noch meine Eltern wurden christlich erzogen. Auch habe ich nicht das moralische Denken meiner Eltern übernommen, weil ich es für falsch hielt und dennoch hat es mich geprägt und mein Verhalten beeinflusst. Wie sehr, dass habe ich erst bemerkt, als ich meine Lehrmeisterin getroffen und mich für den alten Weg entschieden habe. Denn das hieß erstmal ein paar Jahre Selbsterkennung und Selbstwahrnehmung, Stille, Schweigen, Hören, Erkennen, Handeln, Veränderung. Ich saß vor einem großen Scherbenhaufen und fing an zu puzzeln. Als ich gerade mal so begonnen hatte, kam meine Lehrmeisterin und wischte alles wieder weg. "Kein altes Material." Ich sagte, dass doch nicht alles so falsch gewesen sein kann. Sie sagte, dass es nicht falsch war, aber nicht mein eigenes. Sie war damals 72 und obwohl sie sozial sehr isoliert gelebt hat, überhaupt nicht weltfremd.
Mit magischem Gruß

Wurzala

Thema bewerten
Bookmark and Share